Wer Azubis bei Problemen in der Berufsschule hilft
Azubis, also Auszubildende, finden kostenlose Hilfe an drei Stellen. Für die Ausbildung selbst bleibt der Betrieb verantwortlich, deshalb ist die Ausbilderin die erste Ansprechpartnerin. Reicht das nicht, gibt es die Assistierte Ausbildung der Agentur für Arbeit. Dort bekommt der Azubi eine feste Ausbildungsbegleiterin, die zum Beispiel Nachhilfestunden organisiert oder bei Problemen im Betrieb hilft. Dazu kommt das Programm VerAplus, in dem Fachleute im Ruhestand Azubis ehrenamtlich begleiten. Es hat nach eigenen Angaben schon mehr als 27.000 Auszubildenden geholfen.
Drei der vier Wege kosten 0 Euro. Nur private Nachhilfe bezahlt der Azubi selbst.
| Angebot | Wer hilft | Kosten | So kommen Sie dazu |
|---|---|---|---|
| Gespräch im Betrieb | Ausbilderin oder Ausbilder | 0 Euro | direkt ansprechen |
| Assistierte Ausbildung | eine feste Ausbildungsbegleiterin einer Einrichtung, die die Arbeitsagentur beauftragt | 0 Euro | Termin bei der Berufsberatung oder beim Jobcenter |
| VerAplus | eine ehrenamtliche Fachkraft im Ruhestand, eins zu eins | 0 Euro | Anmeldung beim Programm im Internet |
| Private Nachhilfe | Lehrkraft, Studentin oder Institut | Preis nach Absprache | selbst suchen und bezahlen |
Was die Assistierte Ausbildung für Azubis leistet
Die Assistierte Ausbildung hilft Azubis, die Ausbildung im Betrieb erfolgreich abzuschließen. Jeder Azubi hat dort für die ganze Zeit der Förderung eine feste Ausbildungsbegleiterin. Was sie genau übernimmt, legt die Arbeitsagentur nach einem Beratungsgespräch für jeden Einzelfall fest. Die Hilfe wird mit dem Betrieb abgestimmt, und auch der Betrieb kann Unterstützung bekommen. Wie lange sie dauert, hängt vom Bedarf ab. Manche Azubis nutzen sie von Anfang bis Ende der Ausbildung, andere nur für Nachhilfe vor der Prüfung.
- Nachhilfe im Fachwissen, das in der Berufsschule verlangt wird.
- Lernen für die Prüfungen.
- Hilfe, um in der Berufsschule den Anschluss zu halten.
- Bessere Deutschkenntnisse.
- Hilfe bei Problemen im Betrieb und bei privatem Streit.
- Hilfe bei der Suche nach einem neuen Betrieb, wenn die Ausbildung im alten nicht weitergeht.
- Unterstützung bei der Jobsuche nach dem Abschluss.
Wer die Assistierte Ausbildung bekommen kann
Die Assistierte Ausbildung ist für junge Menschen gedacht, die ohne Hilfe Schwierigkeiten haben, eine Ausbildung im Betrieb abzuschließen. Die Arbeitsagentur entscheidet im Einzelfall, einen festen Anspruch gibt es nicht. Nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit kommen vier Fälle in Frage.
- Sie haben einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb und brauchen Hilfe, um die Ausbildung zu schaffen.
- Sie machen eine Einstiegsqualifizierung, also ein langes Praktikum in einem Betrieb vor der Ausbildung, und brauchen dabei Hilfe.
- Sie haben die Ausbildung mit Hilfe der Assistierten Ausbildung abgeschlossen und finden keinen Job oder haben Probleme im neuen Betrieb.
- Sie haben die Ausbildung vorzeitig beendet und suchen einen neuen Betrieb oder eine andere Ausbildung.
Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, kann einen ersten Teil vor der Ausbildung bekommen. Er dauert 6 Monate mit etwa 8 Stunden am Tag und lässt sich um 2 Monate verlängern. Dafür muss die Schule abgeschlossen sein, und Noten und Deutschkenntnisse müssen für eine Ausbildung reichen. Nicht jede Arbeitsagentur bietet diesen ersten Teil an.
In 3 Schritten zur Assistierten Ausbildung
Den Antrag stellen Azubis nicht allein auf einem Formular. Er beginnt mit einem Gespräch, in dem die Berufsberatung den Bedarf klärt.
- Vereinbaren Sie einen Termin bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder bei der zuständigen Fachkraft im Jobcenter.
- Sprechen Sie im Termin offen über die Probleme. Bringen Sie, wenn vorhanden, den Ausbildungsvertrag und die Zeugnisse der Berufsschule mit. Gemeinsam klären Sie, welche Hilfe passt und welche Unterlagen nötig sind.
- Reichen Sie die Unterlagen über den Upload-Service der Arbeitsagentur im Internet oder per Post ein. Ist der Azubi unter 18, unterschreiben die Eltern.
Was gilt, wenn die Abschlussprüfung nicht klappt?
Eine nicht bestandene Abschlussprüfung darf ein Azubi zweimal wiederholen. Das regelt das Berufsbildungsgesetz für alle anerkannten Ausbildungsberufe. Auf Wunsch des Azubis verlängert sich die Ausbildung bis zur nächsten Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr. Der Azubi muss das verlangen, sonst endet die Ausbildung wie geplant. Wird die Prüfung in zwei Teilen abgelegt, lässt sich der erste Teil nicht allein wiederholen.
Zwei weitere Regeln helfen bei der Vorbereitung. Am Arbeitstag direkt vor der schriftlichen Abschlussprüfung muss der Betrieb den Azubi freistellen. Diesen Tag kann der Azubi zum Lernen nutzen. Die Abschlussprüfung selbst kostet den Azubi nichts.
Machen Sie eine Ausbildung in einem Betrieb?
Hat ein Gespräch mit Ausbilderin und Berufsschule nicht gereicht?
Vereinbaren Sie einen Termin bei der Berufsberatung und fragen Sie nach der Assistierten Ausbildung. Sie kostet nichts.
Sprechen Sie zuerst mit der Ausbilderin und der Lehrkraft der Berufsschule über das Fach, das fehlt.
Gehen Sie zu einer Berufsfachschule ohne Ausbildungsvergütung und sind jünger als 25?
Bekommt Ihre Familie Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), kann das Bildungspaket Nachhilfe zahlen. Fragen Sie beim Jobcenter nach.
Fragen Sie bei VerAplus nach einer ehrenamtlichen Begleitung oder bezahlen Sie private Nachhilfe selbst.
Zahlt das Bildungspaket Nachhilfe für Azubis?
Nein, wer im Betrieb lernt und Ausbildungsvergütung bekommt, erhält keine Nachhilfe über das Bildungspaket. Das Bildungspaket ist eine Hilfe des Staates für Kinder aus Familien mit wenig Geld, etwa mit Grundsicherung. Es gilt nur für Schüler unter 25, die eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung bekommen. In der Schulzeit zahlt das Bildungspaket Nachhilfe ab der ersten Klasse, mit dem Gehalt aus der Ausbildung endet das.
Bezahlt ein Azubi die Nachhilfe selbst, kann er die Kosten unter Umständen von der Steuer absetzen. Kosten für die eigene Ausbildung zählen bei einem Ausbildungsvertrag als Werbungskosten, also als Kosten für den Beruf. Das bringt aber erst etwas, wenn alle Werbungskosten zusammen über 1.230 Euro im Jahr liegen. Diesen Betrag zieht das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer ohnehin ab.
Häufige Fragen
Ist die Assistierte Ausbildung für Azubis kostenlos?
Ja, die Assistierte Ausbildung ist für Azubis kostenlos, und zwar in beiden Teilen. Das schreibt die Bundesagentur für Arbeit. Wer während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnt, kann unter bestimmten Bedingungen zusätzlich Berufsausbildungsbeihilfe bekommen, einen monatlichen Zuschuss.
Wer kann die Assistierte Ausbildung bekommen?
Die Assistierte Ausbildung können Azubis bekommen, die ohne Hilfe Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildung im Betrieb abzuschließen. Dazu kommen junge Menschen in einer Einstiegsqualifizierung, nach einem Abbruch der Ausbildung oder nach dem Abschluss ohne Job. Ob die Hilfe passt, klärt die Berufsberatung der Arbeitsagentur oder das Jobcenter im Gespräch.
Wie oft darf man die Abschlussprüfung in der Ausbildung wiederholen?
Die Abschlussprüfung in der Ausbildung darf man zweimal wiederholen. Auf Wunsch des Azubis verlängert sich die Ausbildung bis zur nächsten Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr. Wird die Prüfung in zwei Teilen abgelegt, lässt sich der erste Teil nicht allein wiederholen.
Zahlt das Bildungspaket Nachhilfe für Azubis?
Nein, für Azubis mit Ausbildungsvergütung zahlt das Bildungspaket keine Nachhilfe. Es gilt nur für Schüler unter 25, die keine Ausbildungsvergütung bekommen, etwa an einer Berufsfachschule. Für Azubis im Betrieb gibt es stattdessen die kostenlose Assistierte Ausbildung der Agentur für Arbeit.
Kann ein Azubi Nachhilfe von der Steuer absetzen?
Ja, ein Azubi mit Ausbildungsvertrag kann Kosten für seine Ausbildung als Werbungskosten angeben, also als Kosten für den Beruf. Das bringt erst etwas, wenn alle Werbungskosten zusammen über 1.230 Euro im Jahr liegen. Ob Nachhilfe dazu zählt, prüft das Finanzamt im Einzelfall.
