Wie viele Kinder in jeder Schulstufe Nachhilfe bekommen
Nachhilfe ist in jeder Klasse möglich, doch sie wird mit dem Wechsel an die weiterführende Schule viel häufiger. In der Grundschule bekommen knapp 5 Prozent der Kinder Nachhilfe, in den Klassen 5 bis 10 rund 18 Prozent. Am Gymnasium ist es fast jedes fünfte Kind. Das ergab eine Befragung von rund 4.300 Eltern, die die Bertelsmann Stiftung 2016 veröffentlicht hat. Insgesamt bekamen 14 Prozent der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe, das waren 1,2 Millionen. Am häufigsten ging es um Mathe mit 61 Prozent, danach um Fremdsprachen mit 46 Prozent und Deutsch mit 31 Prozent.
Auch das Sitzenbleiben hängt stark von der Klasse ab. Der Anteil der Kinder, die eine Klasse wiederholen, reicht von 0,6 Prozent in Klasse 4 bis 4,2 Prozent in Klasse 9. Auch die Grenze für Nachhilfe pro Woche steigt mit dem Alter. Das Jobcenter in Remscheid erlaubt beim Bildungspaket für Grundschulkinder 2 volle Stunden pro Woche und in der Oberstufe 4 volle Stunden.
| Schulstufe | Was ansteht | Kinder, die die Klasse wiederholen | Nachhilfe pro Woche in Remscheid |
|---|---|---|---|
| Grundschule, Klasse 1 bis 4 | Lesen, Schreiben und Rechnen, in Bayern das Übertrittszeugnis im Mai der 4. Klasse | Klasse 3: 1,2 Prozent, Klasse 4: 0,6 Prozent | 2 volle Stunden |
| Klasse 5 und 6 | Start an der weiterführenden Schule | Klasse 5: 1,2 Prozent, Klasse 6: 1,9 Prozent | 3 volle Stunden |
| Klasse 7 bis 10 | Abschlüsse nach Klasse 9 oder 10 | Klasse 8: 3,3 Prozent, Klasse 9: 4,2 Prozent, Klasse 10: 2,6 Prozent | 3 volle Stunden |
| Oberstufe | Punkte für das Abitur | Einführungsjahr: 2,6 Prozent, letztes Jahr: 1,5 Prozent | 4 volle Stunden |
Was Nachhilfe in Klasse 1 bis 4 bringt
In der Grundschule wirkt Förderung besonders gut, wenn eine kleine, klare Lücke da ist, etwa beim Einmaleins. Die Education Endowment Foundation aus Großbritannien wertet Studien zu Förderung aus. Mit Einzelunterricht kamen Grundschulkinder danach im Schnitt 6 Monate weiter als ohne, ältere Schüler 4 Monate. Am besten wirkten kurze Einheiten von etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche. Bleiben Lesen, Schreiben oder Rechnen trotz Übens lange schwer, klärt zuerst eine Fachpraxis, ob eine Lernstörung dahintersteckt. Ob sich Nachhilfe in der Grundschule lohnt, hängt deshalb vor allem davon ab, wie klar die Lücke ist.
In Bayern kommt in Klasse 4 ein fester Termin dazu. Dort bekommen Eltern im Januar der 4. Klasse eine schriftliche Information zum Leistungsstand. Anfang Mai folgt das Übertrittszeugnis. Darin steht ein Schnitt aus Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht. Für das Gymnasium braucht Ihr Kind 2,33 oder besser, für die Realschule 2,66 oder besser. Die Information im Januar ist ein guter Anlass, mit der Lehrkraft über Förderung zu sprechen.
Ab Klasse 7 kommen neue Anforderungen dazu
Zwischen Klasse 5 und Klasse 9 steigt der Anteil der Kinder, die sitzen bleiben, von 1,2 auf 4,2 Prozent. Das zeigt die Schulstatistik des Statistischen Bundesamts für das Schuljahr 2024/25. Gründe nennt die Statistik nicht. Was sich ändert, zeigt das Beispiel Nordrhein-Westfalen. Am Gymnasium mit neun Jahren beginnt dort in Klasse 7 die zweite Fremdsprache. An Gesamtschulen lernen die Kinder ab Klasse 7 in Mathe und Englisch auf zwei verschiedenen Niveaus. Wer nicht versetzt wird, kann dort ab Klasse 7 eine Nachprüfung ablegen.
Wie groß die Lücken in diesen Jahren werden können, zeigt ein Test aus dem Jahr 2024. Damals verfehlten ungefähr 34 Prozent der Neuntklässler in Mathe den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss. Ein Mindeststandard beschreibt, was jedes Kind am Ende einer Schulstufe mindestens können sollte. Den Test hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen ausgewertet. Gute Nachhilfe in der Mittelstufe prüft deshalb zuerst, ob Stoff aus früheren Klassen fehlt.
Was in der Oberstufe für die Abiturnote zählt
In der Oberstufe zählt jedes Halbjahr für das Abitur. Nach einem Einführungsjahr folgen zwei Jahre, deren Halbjahresnoten bis zu 600 der 900 Abiturpunkte bringen. Die Abiturprüfungen bringen höchstens 300 Punkte. Darauf haben sich alle Bundesländer geeinigt. Nachhilfe fürs Abitur beginnt deshalb am besten zu Beginn dieser zwei Jahre und nicht erst kurz vor der Prüfung. Das Jobcenter in Remscheid erlaubt in der Oberstufe 4 volle Stunden pro Woche, in der Woche vor einer wichtigen Prüfung bis zu 8 Stunden.
Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
Der richtige Zeitpunkt für Nachhilfe ist da, wenn Sie die Lücke benennen können und noch Zeit zum Üben bleibt. Fünf Zeichen helfen bei der Entscheidung.
- Die Note in einem Fach sinkt über zwei Arbeiten hinweg, und Ihr Kind kann sagen, welches Thema fehlt.
- Im Halbjahreszeugnis steht ein Vermerk, dass die Versetzung gefährdet ist. So regelt es Nordrhein-Westfalen.
- Die Schule schickt einen Blauen Brief. In Nordrhein-Westfalen kommt er spätestens zehn Wochen vor dem Versetzungstermin.
- In Bayern kommt im Januar der 4. Klasse die schriftliche Information zum Leistungsstand.
- Ihr Kind braucht für ähnliche Hausaufgaben immer länger und macht dieselben Fehler.
Fehlt Ihrem Kind ein bestimmtes Thema in einem Fach?
Bietet die Schule dafür Förderunterricht an, den Ihr Kind noch nicht nutzt?
Nutzen Sie zuerst die Förderung der Schule. Sie kostet nichts und schließt direkt an den Unterricht an.
Nehmen Sie Nachhilfe mit einem klaren Ziel und prüfen Sie nach sechs Wochen mit der Lehrkraft, ob Ihr Kind vorankommt.
Hat Ihr Kind seit Monaten in mehreren Fächern oder beim Lesen, Schreiben oder Rechnen Mühe?
Klären Sie die Ursache mit der Schule und einer Fachpraxis, bevor Sie Stunden buchen.
Beobachten Sie die nächsten Arbeiten und sprechen Sie mit der Lehrkraft. Nachhilfe braucht ein Ziel, sonst wissen Sie nicht, wann sie fertig ist.
Wer die Nachhilfe in jeder Schulstufe bezahlt
Gut zwei Drittel der Eltern zahlen die Nachhilfe ihrer Kinder selbst. Bekommt Ihre Familie Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag, kann das Bildungspaket zahlen. Das ist eine Hilfe des Staates für Kinder aus Familien mit wenig Geld, und sie gilt ab Klasse 1. Im Antrag heißt Nachhilfe Lernförderung. Eine gefährdete Versetzung ist dafür nicht nötig. Die Hilfe gilt bis zum 25. Geburtstag, solange Ihr Kind zur Schule geht und keine Ausbildungsvergütung bekommt.
Nach der Schule ändert sich der Weg. Wer eine Ausbildung im Betrieb macht und Ausbildungsvergütung bekommt, erhält keine Nachhilfe mehr über das Bildungspaket. Für Azubis gibt es dafür die Assistierte Ausbildung der Agentur für Arbeit. Eine Ausbildungsbegleiterin organisiert dort zum Beispiel Nachhilfe für Prüfungen, und das Angebot ist kostenlos.
Häufige Fragen
Kann ein Kind schon in der ersten Klasse Nachhilfe bekommen?
Ja, ein Kind kann schon in der ersten Klasse Nachhilfe bekommen, und das Bildungspaket zahlt sie auch für Grundschulkinder. Sinnvoll ist sie, wenn ein bestimmtes Thema fehlt und die Schule keine passende Förderung anbietet. Das Jobcenter in Remscheid begrenzt Nachhilfe in Klasse 1 bis 4 auf 2 volle Stunden pro Woche.
In welcher Klasse bleiben die meisten Kinder sitzen?
Die meisten Kinder bleiben in Klasse 9 sitzen. Im Schuljahr 2024/25 wiederholten dort 4,2 Prozent der Schüler die Klasse, in Klasse 5 waren es 1,2 Prozent. Das zeigt die Schulstatistik des Statistischen Bundesamts.
Wie viele Schüler bekommen in Deutschland Nachhilfe?
In Deutschland bekamen 14 Prozent der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe, das waren 1,2 Millionen. Das ergab eine Befragung von rund 4.300 Eltern, die die Bertelsmann Stiftung 2016 veröffentlicht hat. In der Grundschule waren es knapp 5 Prozent, in Klasse 5 bis 10 rund 18 Prozent.
Wirkt Nachhilfe bei Grundschulkindern stärker als bei älteren Schülern?
Ja, Einzelförderung wirkte in Studien bei Grundschulkindern stärker als bei älteren Schülern. Nach einer britischen Auswertung kamen Grundschulkinder mit Einzelunterricht im Schnitt 6 Monate weiter, ältere Schüler 4 Monate. Am besten wirkten kurze Einheiten von etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche.
Wie viele Stunden Nachhilfe pro Woche erlaubt das Bildungspaket je Schulstufe?
Das Bildungspaket erlaubt in Remscheid 2 volle Stunden Nachhilfe pro Woche für Grundschulkinder. In Klasse 5 bis 10 sind es 3 Stunden, in der Oberstufe 4 Stunden. Vor einer wichtigen Prüfung und in den Ferien sind mehr Stunden möglich. Andere Städte und Landkreise legen eigene Grenzen fest.
