Wie viel Zeit braucht eine Notenverbesserung?
Für eine Notenverbesserung in einem Fach sollten Sie etwa zehn Wochen regelmäßiges Üben einplanen. Die Education Endowment Foundation aus Großbritannien wertet Studien zu Fördermaßnahmen aus. Am besten wirkten danach kurze Einheiten von etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche über bis zu 10 Wochen. Zieht sich eine Lücke seit Jahren durch ein Fach, dauert es länger. Bleiben Lesen, Schreiben oder Rechnen trotz Übens lange schwer, klärt zuerst eine Fachpraxis, ob eine Lernstörung dahintersteckt.
Wie viel Zeit Ihnen bleibt, hängt vom Zeitpunkt ab. In Nordrhein-Westfalen bleibt nach dem Halbjahreszeugnis ein ganzes Halbjahr, nach der schriftlichen Warnung noch mindestens 10 Wochen. Nach dem Zeugnis bleibt nur die Nachprüfung in der letzten Woche vor Unterrichtsbeginn.
| Zeitpunkt | Was die Schule tut | Was noch möglich ist | Ihr erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Halbjahreszeugnis | vermerkt im Zeugnis, wenn die Versetzung gefährdet ist | ein ganzes Halbjahr Förderung mit mehreren Klassenarbeiten | Test zum Lernstand, dann der 10-Wochen-Plan |
| spätestens 10 Wochen vor dem Versetzungstermin | warnt schriftlich und gibt eine Lern- und Förderempfehlung | eine Note in einem Fach von mangelhaft auf ausreichend | Empfehlung sofort umsetzen, Nachhilfe etwa dreimal pro Woche |
| Zeugnis | teilt mit, in welchem Fach eine Nachprüfung möglich ist | Nachprüfung in einem Fach | Anmeldeschluss notieren, gezielt üben |
| letzte Woche vor Unterrichtsbeginn | nimmt die Nachprüfung ab | Versetzung mit neuem Zeugnis | Prüfungsgespräch und Aufgaben üben |
Wann die Schule über die Versetzung entscheidet
Über die Versetzung entscheidet in Nordrhein-Westfalen am Ende des Schuljahres eine Konferenz der Schule, die Versetzungskonferenz. Sie schaut vor allem auf die Leistungen im zweiten Halbjahr, berücksichtigt aber auch das Halbjahreszeugnis und die Entwicklung im ganzen Jahr. Versetzt wird, wer in allen Fächern mindestens ausreichend hat oder schwache Noten ausgleichen kann. Andere Länder regeln Fristen und Namen selbst.
Gewarnt werden Sie zweimal. Ist die Versetzung schon nach dem ersten Halbjahr gefährdet, steht ein Vermerk im Halbjahreszeugnis. Rutscht ein Fach erst danach unter ausreichend, schreibt die Schule Ihnen spätestens zehn Wochen vor dem Versetzungstermin einen Brief. Bekannt ist er als Blauer Brief. Dazu bekommt Ihr Kind eine Lern- und Förderempfehlung, und die Schule bietet Ihnen ein Beratungsgespräch an.
Diese 2 Lerntechniken bringen eine bessere Note
Zwei Lerntechniken wirken nachweislich am besten. Das sind das Üben mit Testaufgaben und das Lernen in kleinen Portionen über mehrere Wochen. Ein Forschungsteam um den Psychologen John Dunlosky hat 2013 zehn Lerntechniken verglichen und nur diesen beiden die beste Bewertung gegeben. Zusammenfassen, Markieren und erneutes Lesen bekamen die schlechteste Bewertung. Wer ein Kapitel dreimal liest, fühlt sich vorbereitet. Wer dazu zehn Aufgaben ohne Hilfe löst, weiß danach, was er noch nicht kann.
- Aufgaben statt Lesen: Nach jedem Thema löst Ihr Kind zehn Aufgaben ohne Lösung daneben. Alte Klassenarbeiten sind das beste Material.
- Verteilt statt am Stück: Dreimal 30 Minuten pro Woche bringen mehr als einmal 90 Minuten.
- Gemischt statt sortiert: Ihr Kind übt verschiedene Aufgabentypen durcheinander, so wie sie auch in der Klassenarbeit vorkommen.
- Fehler sammeln: Ein Blatt mit den Fehlern der letzten Arbeiten wird jede Woche neu geprüft. Was verschwindet, ist Fortschritt.
Der 10-Wochen-Plan bis zur entscheidenden Arbeit
Ein guter Plan beginnt beim Termin und rechnet rückwärts. Er hat ein Fach und ein Ziel und endet mit einer Woche Reserve. Ein Plan für alle Fächer zugleich kippt, sobald eine andere Arbeit dazwischenkommt. Fehlt am Anfang der Blick auf die Fehler, übt Ihr Kind zehn Wochen lang, was es schon kann.
- Woche 1: Legen Sie Termin, Fach und Ziel fest. Gehen Sie die letzten zwei Arbeiten durch und benennen Sie drei Fehlerquellen.
- Woche 2: Verteilen Sie die Themen auf drei Termine pro Woche zu je 30 Minuten. Jeder Termin endet mit fünf Aufgaben ohne Hilfe.
- Woche 3 bis 5: Jedes Thema wird einmal erklärt, danach gibt es nur noch Aufgaben. Prüfen Sie das Fehlerblatt jede Woche.
- Woche 6: Ihr Kind schreibt eine alte Klassenarbeit unter Zeitdruck. Zeigt sich kein Fortschritt, wechseln Sie die Form oder die Person der Nachhilfe.
- Woche 7 bis 9: Ihr Kind übt gemischte Aufgaben und alte Arbeiten unter Zeitdruck und arbeitet im Unterricht mündlich mit.
- Woche 10: Nur noch das Fehlerblatt, keine neuen Themen und am Abend vor der Arbeit nichts mehr.
Wann Nachhilfe beim 10-Wochen-Plan hilft
Nachhilfe hilft beim Plan, wenn sie zuerst die Fehlerquellen sucht, mit Aufgaben arbeitet und etwa dreimal pro Woche stattfindet. Gekaufte Nachhilfe bringt im Schnitt keine besseren Noten in Mathe oder Deutsch. Das zeigte 2020 eine Auswertung von Daten zu 11.358 Zehntklässlern in Deutschland. Die guten Ergebnisse aus Großbritannien beruhen auf Förderung mit festem Ablauf, die an den Unterricht anschließt. Fragen Sie deshalb vor dem Start, ob die Lehrkraft so arbeitet. Daran erkennen Sie eine gute Nachhilfelehrkraft.
Beim Bildungspaket ist der Zeitplan schon eingebaut. Diese Hilfe des Staates bekommen Familien mit Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen für Asylbewerber. Im Antrag heißt Nachhilfe Lernförderung. Das Jobcenter im Kreis Kleve bewilligt beim ersten Antrag 15, 25 oder 35 volle Stunden je Fach. Bei drei Stunden pro Woche reicht das für etwa fünf bis zwölf Wochen. Köln zahlt bis zu 46,5 Nachhilfestunden je Fach und Schuljahr. Im Kreis Kleve gilt der Antrag nicht rückwirkend, deshalb stellen Sie den Antrag beim Bildungspaket vor der ersten Stunde.
Bleiben bis zur entscheidenden Arbeit oder zur Zeugniskonferenz mindestens acht Wochen?
Geht es um ein Fach mit einer Lücke, die Sie benennen können?
Starten Sie den 10-Wochen-Plan mit Nachhilfe etwa dreimal pro Woche. Hat Ihre Familie Anspruch auf das Bildungspaket, stellen Sie sofort den Antrag.
Klären Sie mit der Schule die Ursache und wählen Sie das Fach, das die Versetzung sichert. Bei Verdacht auf eine Lernstörung lassen Sie das zuerst abklären.
Reicht eine einzige Note von mangelhaft auf ausreichend für die Versetzung?
Konzentrieren Sie sich auf die letzte Arbeit und die Mitarbeit. Bereiten Sie die Nachprüfung als zweiten Weg vor.
Sprechen Sie mit der Schule über eine Wiederholung oder einen Schulwechsel. Planen Sie in den Ferien den Start ins neue Schuljahr.
Die Nachprüfung als letzte Chance vor dem Sitzenbleiben
Im Schuljahr 2024/25 wiederholten 2,2 Prozent der Schüler an allgemeinbildenden Schulen eine Klasse, insgesamt 148.100 Kinder und Jugendliche. Dazu zählen alle, die nicht versetzt wurden, und alle, die freiwillig wiederholten. Das meldete das Statistische Bundesamt im Juni 2026. Am höchsten war der Anteil in Bayern mit 3,4 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 0,8 Prozent.
Vor dem Sitzenbleiben steht in Nordrhein-Westfalen ab Klasse 7 die Nachprüfung. Sie ist möglich, wenn eine Verbesserung in einem einzigen Fach von mangelhaft auf ausreichend für die Versetzung reicht. Die Aufgaben stammen aus dem letzten Halbjahr, in dem das Fach unterrichtet wurde. Die schriftliche Prüfung dauert so lange wie eine Klassenarbeit, das Gespräch in der Regel höchstens 15 Minuten. Wer besteht, ist versetzt und bekommt ein neues Zeugnis mit der besseren Note. Köln zahlt für eine Nachprüfung 20 Nachhilfestunden zusätzlich, und Remscheid zahlt dafür auch in den Sommerferien.
Häufige Fragen
Wie schnell kann man eine Note verbessern?
Für eine bessere Note in einem Fach sollten Sie etwa zehn Wochen einplanen. Am besten wirken nach einer britischen Auswertung von Studien kurze Einheiten von etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche. Eine Lücke, die sich seit Jahren durch ein Fach zieht, braucht länger.
Wann kommt der Blaue Brief in Nordrhein-Westfalen?
Der Blaue Brief kommt in Nordrhein-Westfalen spätestens zehn Wochen vor dem Versetzungstermin. Die Schule schreibt ihn, wenn ein Fach gegenüber dem Halbjahreszeugnis nicht mehr ausreicht und die Versetzung deshalb gefährdet ist. Ihr Kind bekommt dazu eine Lern- und Förderempfehlung, und die Schule bietet Ihnen ein Gespräch an.
Wie viele Schüler bleiben in Deutschland sitzen?
2,2 Prozent der Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland wiederholten im Schuljahr 2024/25 eine Klasse, insgesamt 148.100. Dazu zählen auch Kinder, die freiwillig wiederholten. Am höchsten war der Anteil mit 3,4 Prozent in Bayern, am niedrigsten mit 0,8 Prozent in Berlin.
Was ist eine Nachprüfung in Nordrhein-Westfalen?
Eine Nachprüfung ist in Nordrhein-Westfalen eine Prüfung in einem Fach, mit der ein nicht versetztes Kind ab Klasse 7 doch noch versetzt werden kann. Sie ist möglich, wenn eine Verbesserung von mangelhaft auf ausreichend in diesem Fach für die Versetzung reicht. Sie findet in der letzten Woche vor Unterrichtsbeginn statt.
Zahlt das Bildungspaket Nachhilfe für eine Nachprüfung?
Ja, das Bildungspaket zahlt Nachhilfe für eine Nachprüfung, wenn Ihre Familie Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen für Asylbewerber bekommt. Köln übernimmt dafür 20 Nachhilfestunden zusätzlich, im Kreis Kleve gilt vor einer Nachprüfung keine Grenze pro Woche. Stellen Sie den Antrag am Tag des Zeugnisses.
