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Kind will keine Nachhilfe? Was Eltern jetzt tun können

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Wenn Ihr Kind keine Nachhilfe will, fragen Sie zuerst nach dem Grund und lassen es mitentscheiden, bei der Lehrkraft, der Uhrzeit und der Form. Vereinbaren Sie ein kleines Ziel und eine Probezeit von einigen Wochen. Passt die Lehrkraft nicht, wechseln Sie sie. Steckt große Angst hinter dem Nein, hilft eine Fachstelle mehr als Druck.

Schüler, die am Wochenende lernen müssen
47 Prozent
Robert Bosch Stiftung, Deutsches Schulbarometer, Befragung Schüler:innen 2025, Stand 10. März 2026
Gute Länge einer Übungseinheit
etwa 30 Minuten
Education Endowment Foundation, Teaching and Learning Toolkit, One to one tuition, Stand 4. Oktober 2026
Längste Kündigungsfrist im Institutsvertrag
1 Monat
Bürgerliches Gesetzbuch, Klauselverbote, Nummer 9 Buchstabe c, Stand 4. Oktober 2026
Ein Elternteil und ein Kind sitzen von hinten gesehen nebeneinander auf dem Sofa und schauen gemeinsam auf einen Wochenplan mit farbigen Feldern, daneben lehnt ein Schulranzen.
Wenn Ihr Kind bei Zeit, Ort und Lehrkraft mitreden darf, fällt der Start in die Nachhilfe leichter. Bild: KI generiert.

Warum will Ihr Kind keine Nachhilfe?

Hinter dem Nein Ihres Kindes kann vieles stecken, von Müdigkeit bis Angst. Viele Kinder sind schon ohne Nachhilfe stark eingespannt. Die Robert Bosch Stiftung hat für ihr Deutsches Schulbarometer Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren befragt. 47 Prozent sagten, dass sie auch am Wochenende lernen müssen. 61 Prozent finden, dass an ihrer Schule viel verlangt wird. Noch eine Stunde am Nachmittag kann sich dann wie eine Strafe anfühlen.

Fragen Sie deshalb in Ruhe nach, was genau stört. Liegt es an der Person, an der Uhrzeit oder an der Länge der Stunde, lässt sich das ändern. Kurze Termine von etwa 30 Minuten wirken nach britischen Studienauswertungen am besten. Und einen Vertrag mit einem Institut können Sie in der Regel mit höchstens 1 Monat Frist zum Ende der Laufzeit kündigen.

Häufige Gründe für ein Nein zur Nachhilfe und was Eltern daran ändern können.
Was hinter dem Nein stecken kannWoran Sie es merkenWas Sie tun können
Zu wenig freie ZeitIhr Kind klagt über volle Tage und müde AbendeTermine kürzen, einen festen freien Nachmittag einplanen
Die Lehrkraft passt nichtIhr Kind erzählt nichts aus der Stunde oder wirkt danach bedrücktnach Gründen fragen, eine andere Lehrkraft testen
Scham vor anderen KindernIhr Kind will nicht, dass Freunde davon wissenEinzelstunde oder Online-Stunde von zu Hause
Gefühl, dass es nichts bringtIhr Kind sagt, die Stunde sei langweilig oder sinnlosein kleines Ziel vereinbaren und Fortschritte sichtbar machen
Große Angst vor Schule oder PrüfungenIhr Kind wirkt vor Klassenarbeiten stark belasteteine Fachstelle einschalten statt mehr Stunden zu buchen

Wie Ihr Kind bei der Nachhilfe mitentscheiden kann

Mitentscheiden tut Kindern gut. Im Schulbarometer fühlten sich Schülerinnen und Schüler mit mehr Mitbestimmung in der Schule wohler und waren insgesamt zufriedener mit ihrem Leben. Bei der Nachhilfe gibt es viel, worüber Ihr Kind mitreden kann.

  • Die Person: Ihr Kind lernt in je einer Probestunde zwei Lehrkräfte kennen und sagt, mit wem es lieber arbeitet. Der Studienkreis zum Beispiel bietet zwei kostenlose Probestunden an.
  • Die Uhrzeit: Ihr Kind sagt, wann es den Kopf frei hat, etwa erst nach einer Pause oder nicht am Trainingstag.
  • Der Ort: Ihr Kind wählt mit, ob es ins Institut geht, zu Hause übt oder am Bildschirm lernt.
  • Die Form: Ihr Kind entscheidet mit, ob es allein lernt oder mit einem Freund aus der Klasse, der dieselbe Lücke hat.
  • Das Ziel: Ihr Kind nennt selbst, was es bis zur nächsten Arbeit können will.

Wichtig ist auch, wie die Lehrkraft mit Ihrem Kind umgeht. In einer deutschen Studie mit 11.358 Zehntklässlern waren Jugendliche zufriedener mit ihrer Schule, wenn sie sich von der Nachhilfelehrkraft unterstützt fühlten. Gemeint sind Lob für Mühe, ein gelassener Umgang mit Fehlern und geduldiges Erklären. Jugendliche mit sehr viel Mathe-Nachhilfe waren dagegen unzufriedener.

Ein Ziel und eine Probezeit gemeinsam festlegen

Ein Ziel macht Nachhilfe greifbar und gibt ihr ein Ende. Ohne Ziel kann jede Stunde wie eine Pflicht ohne Ende wirken. Legen Sie deshalb mit Ihrem Kind fest, was in den nächsten Wochen besser werden soll und wann Sie gemeinsam Bilanz ziehen.

  1. Setzen Sie sich ohne Zeitdruck zusammen und fragen Sie, was in dem Fach gerade am meisten nervt.
  2. Wählen Sie ein kleines Ziel, etwa die nächste Arbeit über Brüche oder die Vokabeln einer Lektion.
  3. Vereinbaren Sie eine Probezeit von sechs Wochen mit kurzen Terminen.
  4. Bitten Sie die Lehrkraft, nach jeder Stunde zu sagen, was schon gut klappt und was als Nächstes kommt.
  5. Ziehen Sie nach sechs Wochen Bilanz und entscheiden Sie gemeinsam, ob es so weitergeht.

Rückmeldung wirkt am besten, wenn sie sagt, wie sich eine Aufgabe besser lösen lässt. Das zeigen britische Studienauswertungen zur Rückmeldung im Unterricht. Sie raten auch, Lob für Richtiges nicht zu vergessen. Rückmeldung zur Person, also ein Urteil über Ihr Kind statt über die Aufgabe, wirkt dagegen am schwächsten.

Wann ein Wechsel der Nachhilfe hilft

Ein Wechsel hilft, wenn Ihr Kind mit der Lehrkraft nicht warm wird oder nach sechs Wochen kein Fortschritt zu sehen ist. Das ist kein Scheitern, sondern Teil der Suche nach der passenden Lehrkraft. Lassen Sie sich die Fristen aber vorher erklären.

Beim Institut darf ein Vertrag mit vorgegebenen Bedingungen Sie höchstens zwei Jahre binden, und die Kündigungsfrist zum Ende der Laufzeit beträgt höchstens einen Monat. Bei einer privaten Lehrkraft, die Sie monatlich bezahlen, kündigen Sie spätestens am 15. zum Monatsende. Bevor Sie den Nachhilfevertrag kündigen, fragen Sie beim Institut nach einer anderen Lehrkraft.

Wann eine Pause besser ist als Nachhilfe

Eine Pause ist besser, wenn Ihr Kind erschöpft ist, kaum noch Freizeit hat oder vor Schule und Prüfungen große Angst zeigt. Mehr Stunden machen das nicht besser. Das Jobcenter Kreis Kleve prüft beim Bildungspaket, wie viel Nachhilfe einem Kind zuzumuten ist. Für Grundschulkinder hält es in der Regel bis zu 3 volle Stunden pro Woche für zumutbar, für ältere Schüler bis zu 4,5 Stunden. Diese Grenze ist auch für Familien ein guter Maßstab, die selbst zahlen.

Bei großer Angst vor Prüfungen oder vor der Schule hilft keine Nachhilfe. Dann ist eine Fachstelle der richtige Weg, etwa die Schulpsychologie oder eine Erziehungsberatungsstelle. Auch das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer berät anonym und kostenlos unter 0800 111 0 550. Ob danach wieder Nachhilfe sinnvoll ist, entscheiden Sie in Ruhe, wenn es Ihrem Kind besser geht.

Nachhilfe umstellen oder Pause machen?

Zeigt Ihr Kind große Angst vor Schule oder Prüfungen?

Ja

Machen Sie eine Pause von der Nachhilfe. Holen Sie sich Rat bei der Schulpsychologie oder einer Beratungsstelle.

Nein

Liegt das Nein an der Lehrkraft, der Uhrzeit oder der Form?

Ja

Ändern Sie genau das, gemeinsam mit Ihrem Kind. Testen Sie eine andere Lehrkraft oder kürzere Termine.

Nein

Hat Ihr Kind kaum noch freie Nachmittage?

Ja

Streichen Sie Termine, bevor Sie neue buchen. Planen Sie mindestens einen freien Nachmittag pro Woche ein.

Nein

Vereinbaren Sie ein kleines Ziel und eine Probezeit von sechs Wochen. Danach entscheiden Sie gemeinsam.

Häufige Fragen

Soll ich mein Kind zur Nachhilfe zwingen?

Nein, besser als Zwang ist ein Gespräch über die Gründe und eine Probezeit mit einem kleinen Ziel. Eine deutsche Studie fand, dass Jugendliche zufriedener mit ihrer Schule waren, wenn sie sich von der Nachhilfelehrkraft unterstützt fühlten. Sehr viel Nachhilfe ging dagegen mit weniger Zufriedenheit einher.

Was tun, wenn mein Kind die Nachhilfelehrerin nicht mag?

Wenn Ihr Kind die Nachhilfelehrerin nicht mag, fragen Sie nach konkreten Gründen und testen Sie eine andere Lehrkraft. Viele Institute bieten Probestunden an, der Studienkreis zum Beispiel zwei kostenlose. Fragen Sie beim Institut zuerst nach einer anderen Lehrkraft, bevor Sie den Vertrag kündigen.

Wie viele Stunden Nachhilfe pro Woche sind für ein Kind zu viel?

Eine feste Grenze für Nachhilfe pro Woche gibt es nicht. Das Jobcenter Kreis Kleve hält für Grundschulkinder in der Regel bis zu 3 volle Stunden pro Woche für zumutbar. Für Kinder an weiterführenden Schulen sind es dort bis zu 4,5 Stunden. Kurze Termine von etwa 30 Minuten wirken laut britischen Studienauswertungen am besten.

Wo bekommen Eltern Rat, wenn ihr Kind Schule und Nachhilfe ablehnt?

Rat bekommen Eltern bei der Klassenlehrkraft, bei der Schulpsychologie und bei Erziehungsberatungsstellen. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer berät anonym und kostenlos unter 0800 111 0 550. Es ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr erreichbar, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr.

Wie lange sollte eine Probezeit für neue Nachhilfe dauern?

Eine Probezeit für neue Nachhilfe sollte etwa sechs Wochen dauern. Dann können Sie mit Ihrem Kind und der Lehrkraft einen ersten Zwischenstand ziehen. Britische Studienauswertungen rechnen mit bis zu zehn Wochen, bis gezielte Förderung ihre volle Wirkung zeigt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Deutsches Schulbarometer: Befragung Schüler:innen 2025, Ergebnisse von 8- bis 17-Jährigen und ihren Erziehungsberechtigten, Robert Bosch Stiftung,
  2. Assessing the instructional quality of private tutoring and its effects on student outcomes: Analyses from the German National Educational Panel Study, British Journal of Educational Psychology 90 (2020), Karin Guill, Oliver Lüdtke, Olaf Köller, über PubMed Central,
  3. Teaching and Learning Toolkit: One to one tuition, Education Endowment Foundation,
  4. Teaching and Learning Toolkit: Feedback, Education Endowment Foundation,
  5. Teaching and Learning Toolkit: Homework, Education Endowment Foundation,
  6. § 309 BGB, Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit, Nummer 9, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  7. § 621 BGB, Kündigungsfristen bei Dienstverhältnissen, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  8. Nachhilfe Kosten und Preise, Probestunden, Studienkreis GmbH,
  9. Fachliche Weisung zu § 28 SGB II, Abschnitt 3.4 Lernförderung, Randziffer 28.10.7 Umfang, Stand 1. März 2026, Jobcenter Kreis Kleve,
  10. Elterntelefon, Elternberatung, Nummer gegen Kummer e. V.,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Name, Adresse und Kontaktdaten der Nachhilfeanbieter stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.