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Online-Nachhilfe oder vor Ort, was passt zu Ihrem Kind?

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Online-Nachhilfe passt zu Kindern, die sich am Bildschirm gut konzentrieren, sich selbst motivieren können und zu Hause einen ruhigen Platz haben. Für jüngere Kinder eignet sie sich weniger gut. Im Test der Stiftung Warentest schnitten zwei von sieben Online-Anbietern mit Gut ab. Billiger als Nachhilfe vor Ort ist online nicht automatisch.

Ein Kind sitzt mit Headset an einem Schreibtisch am Fenster, von hinten zu sehen. Vor ihm stehen ein Laptop und ein offenes Heft mit Rechenaufgaben.
Für Online-Nachhilfe braucht Ihr Kind vor allem einen ruhigen Platz und Technik, die zuverlässig läuft. Bild: KI generiert.

Für welches Kind passt Online-Nachhilfe?

Online-Nachhilfe passt zu Kindern, die sich gut konzentrieren und selbst motivieren können. So schreiben es die Tester der Stiftung Warentest nach ihrem Test vom Januar 2025. Dazu braucht Ihr Kind einen ruhigen Platz, einen Rechner mit Kamera und eine stabile Verbindung. Lässt es sich leicht ablenken oder braucht es jemanden am Tisch, um Fragen zu stellen, ist Nachhilfe vor Ort meist die bessere Wahl.

Auch das Jobcenter im Kreis Kleve, das Online-Nachhilfe über das Bildungspaket bezahlt, sieht das so. In seiner Weisung vom März 2026 steht, dass sich Online-Unterricht für jüngere Schülerinnen und Schüler weniger gut eignet als für ältere. Grundschulkinder schließt es aber nicht grundsätzlich aus.

Online-Nachhilfe und Nachhilfe vor Ort in sechs Punkten, mit dem, was jeweils den Ausschlag gibt.
Was Sie vergleichenOnline-NachhilfeNachhilfe vor OrtWas den Ausschlag gibt
Auswahl an Lehrkräftenbundesweit, auch für seltene Fächerauf den Wohnort begrenztWohnen auf dem Land spricht für online
Wegkeine AnfahrtFahrt zum Institut oder zur LehrkraftVolle Wochen mit Sport und Musik sprechen für online
KonzentrationIhr Kind muss sich am Bildschirm selbst steuerndie Lehrkraft sieht Heft und AblenkungLeichte Ablenkbarkeit spricht für vor Ort
TechnikRechner mit Kamera, Headset, stabile VerbindungkeineOhne ruhigen Platz zu Hause besser vor Ort
VertragWiderruf möglich, Kündigungsknopf auf der Websitekein Widerruf bei Unterschrift im InstitutOnline geschlossene Verträge lösen Sie leichter
Bildungspaketje nach Stadt oder Landkreisder übliche WegVorher beim Amt nachfragen

Was die Stiftung Warentest bei Online-Nachhilfe fand

Die Stiftung Warentest prüfte sieben Online-Anbieter und vergab zweimal die Note Gut. Der Studienkreis bekam 2,3, Lernigo 2,5, die meisten übrigen Anbieter schnitten mit Befriedigend ab. Geprüft wurden Bidi, Cleverly, Easy-Tutor, Lernigo, Schülerhilfe, Studienkreis und Wissensexperten. Der Test erschien am 16. Januar 2025.

Für den Test nahmen Schülerinnen und Schüler aus drei Bundesländern verdeckt Einzelstunden. Ein erfahrener Fachmann für Pädagogik bewertete Inhalte, Methode und Betreuung. Dazu prüften die Tester die Websites, die Preise und die Beratung. Alle Anbieter arbeiteten mit freiberuflichen Lehrkräften, oft mit Studierenden.

Gelobt wurden bei den beiden guten Anbietern die ausführliche Beratung der Eltern, der gute Umgang der Lehrkräfte mit den Kindern und flexible Verträge. Kritik gab es an den Preisangaben, die auf manchen Websites verwirrend waren. Außerdem bereiteten sich die Lehrkräfte nicht unbedingt auf das einzelne Kind vor. Die Tester raten deshalb, dass Ihr Kind der Lehrkraft selbst sagt, was im Unterricht dran ist und wo es hakt.

Wirkt Nachhilfe am Bildschirm so gut wie am Tisch?

Nachhilfe am Bildschirm wirkt nach der Forschung ähnlich gut wie am Tisch, wenn sie gleich gut gemacht ist. Die britische Education Endowment Foundation hat Studien zu Einzelunterricht ausgewertet und fand im Schnitt fünf Monate zusätzlichen Lernfortschritt. Studien, in denen digitale Technik eingesetzt wurde, zeigten im Großen und Ganzen ähnliche Werte. Entscheidend waren kurze, regelmäßige Einheiten, eine enge Verbindung zum Unterricht und Lehrkräfte, die den Fortschritt im Blick behalten.

Online fällt es der Lehrkraft schwerer, das zu sehen. Sie merkt am Bildschirm vielleicht nicht, dass Ihr Kind seit zehn Minuten nichts aufschreibt oder nebenbei ein zweites Fenster offen hat. Am Tisch fällt das sofort auf. Ob Online-Nachhilfe für Ihr Kind klappt, zeigen deshalb diese fünf Punkte.

  • Ihr Kind kann 45 Minuten am Bildschirm bei der Sache bleiben, ohne nebenbei zu spielen.
  • Es fragt von sich aus nach, wenn es etwas nicht versteht.
  • Rechner oder Tablet, Kamera, Headset und Verbindung funktionieren ohne Aussetzer.
  • Es gibt einen ruhigen Platz ohne Fernseher und ohne Geschwister im Raum.
  • Sie bekommen nach den Stunden zu sehen, was geübt wurde, etwa über eine Lernplattform.

Was kostet Online-Nachhilfe im Abo?

Online-Nachhilfe kostet im Abo ab 164 Euro im Monat, so viel verlangte Lernigo als günstigster Anbieter im Test der Stiftung Warentest. Dieser Preis galt für zwölf Monate Laufzeit, zwei Stunden pro Woche und eine Junior-Lehrkraft mit wenig Lehrerfahrung. Eine Probezeit von vier Wochen kostete dort 90 Euro. Abos mit langer Laufzeit waren im Test je Stunde günstiger als kurze, und Studienkreis und Cleverly erlaubten eine Pause im Abo.

Die Schülerhilfe nennt für ihre Online-Stunde von 45 Minuten denselben Einstiegspreis wie vor Ort, ab 8,76 Euro. Der Preis gilt aber nur, wenn Sie 4 Unterrichtsstunden pro Woche buchen und sich für 24 Monate binden. Unterrichtet wird online dann in einer Gruppe mit 3 bis 5 Kindern, und eine Anmeldegebühr von bis zu 69 Euro kann dazukommen. Online ist also nicht automatisch billiger. Vergleichen Sie die Kosten der Nachhilfe online und vor Ort deshalb immer für dieselbe Laufzeit und Stundenzahl.

  1. Teilen Sie den Monatspreis durch die Zahl der Stunden im Monat und notieren Sie die Minuten je Stunde daneben.
  2. Fragen Sie, ob Ihr Kind allein oder in einer Gruppe unterrichtet wird.
  3. Notieren Sie die Laufzeit und was nach ihrem Ende passiert.
  4. Fragen Sie, ob Sie das Abo in den Ferien oder nach einer geschafften Arbeit pausieren können.
  5. Fragen Sie, wer Ihr Kind unterrichtet und wie viel Erfahrung diese Person hat, denn davon hängt der Preis ab.

Online geschlossene Verträge lösen Sie leichter

Einen Vertrag, den Sie online abschließen, werden Sie leichter wieder los als einen, den Sie im Institut unterschreiben. Erstens können Sie ihn 14 Tage lang ohne Grund widerrufen. Zweitens muss der Anbieter auf seiner Website einen Kündigungsknopf anbieten, sonst dürfen Sie jederzeit ohne Frist kündigen. Für das Kündigen eines Nachhilfevertrags reicht außerdem eine E-Mail.

Drittens gibt es ein eigenes Gesetz für Fernunterricht. Besteht ein Angebot vor allem aus Lehrvideos, Aufgaben und aufgezeichneten Stunden, braucht es in der Regel eine staatliche Zulassung. Fehlt sie, ist der Vertrag ungültig, so hat es der Bundesgerichtshof im Juni 2025 bestätigt. Ob reine Live-Stunden per Video ohne Aufzeichnung darunter fallen, hat das Gericht offengelassen.

Bezahlt das Bildungspaket Online-Nachhilfe?

Das Bildungspaket kann Online-Nachhilfe bezahlen, die Entscheidung trifft Ihre Stadt oder Ihr Landkreis. Das Bildungspaket bekommen unter anderem Familien mit Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Wohngeld oder Kinderzuschlag. Im Kreis Kleve ist Online-Nachhilfe bis auf Weiteres erlaubt. Sie muss dort aber tagsüber stattfinden, die Zeiten richten sich nach dem Alter des Kindes, und an Sonn- und Feiertagen gibt es keine Förderung. Andere Städte und Landkreise regeln das selbst, fragen Sie deshalb vorher beim Amt nach.

Online oder vor Ort? 3 Fragen bis zur Antwort

Ist Ihr Kind in der Grundschule, oder fällt es ihm schwer, sich 45 Minuten am Bildschirm zu konzentrieren?

Ja

Wählen Sie Nachhilfe vor Ort. Dort sieht die Lehrkraft Heft und Ablenkung.

Nein

Gibt es in Ihrer Nähe ein passendes Angebot für Fach und Klassenstufe, das zeitlich in die Woche passt?

Ja

Hat Ihr Kind zu Hause einen ruhigen Platz und Technik, die zuverlässig läuft?

Ja

Beides ist möglich. Machen Sie je eine Probestunde online und vor Ort mit derselben Aufgabe.

Nein

Wählen Sie Nachhilfe vor Ort. Jede Störung kostet bezahlte Minuten.

Nein

Wählen Sie Online-Nachhilfe. Prüfen Sie vorher Widerruf, Kündigungsknopf und bei Videopaketen die Zulassung.

Häufige Fragen

Ist Online-Nachhilfe günstiger als Nachhilfe vor Ort?

Nein, Online-Nachhilfe ist nicht automatisch günstiger als Nachhilfe vor Ort. Die Schülerhilfe verlangt online denselben Einstiegspreis ab 8,76 Euro je 45 Minuten, aber nur bei 4 Unterrichtsstunden pro Woche und 24 Monaten Laufzeit. Den Preis bestimmen vor allem Laufzeit, Stundenzahl und die Erfahrung der Lehrkraft.

Welche Online-Nachhilfe hat bei der Stiftung Warentest gut abgeschnitten?

Bei der Stiftung Warentest hat der Studienkreis mit der Note 2,3 am besten abgeschnitten, gefolgt von Lernigo mit 2,5. Das waren die beiden einzigen Anbieter mit Gut unter sieben geprüften. Gelobt wurden die Beratung der Eltern, der Umgang der Lehrkräfte mit den Kindern und flexible Verträge.

Ab welchem Alter ist Online-Nachhilfe sinnvoll?

Ein festes Mindestalter für Online-Nachhilfe nennt das Jobcenter Kreis Kleve nicht, das sie über das Bildungspaket bezahlt. Nach seiner Weisung eignet sie sich für jüngere Kinder weniger gut als für ältere, Grundschulkinder sind aber nicht ausgeschlossen. Entscheidend ist, ob Ihr Kind sich am Bildschirm konzentrieren und selbst Fragen stellen kann.

Kann ich einen Vertrag für Online-Nachhilfe widerrufen?

Ja, einen online geschlossenen Vertrag für Nachhilfe können Sie 14 Tage lang ohne Grund widerrufen. Hat der Anbieter Sie nicht richtig über dieses Recht belehrt, endet es erst nach 12 Monaten und 14 Tagen. Für Stunden, die Sie auf eigenen Wunsch schon in den 14 Tagen hatten, zahlen Sie.

Zahlt das Jobcenter Online-Nachhilfe?

Ja, das Jobcenter kann Online-Nachhilfe über das Bildungspaket bezahlen, wenn Ihre Stadt oder Ihr Landkreis das zulässt. Im Kreis Kleve ist das erlaubt, aber nur tagsüber und nicht an Sonn- und Feiertagen. Fragen Sie vor der Anmeldung beim Amt nach, was bei Ihnen gilt.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 312g BGB, Widerrufsrecht, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  2. § 355 BGB, Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  3. § 356 BGB, Widerrufsrecht bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und Fernabsatzverträgen, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  4. § 312k BGB, Kündigung von Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  5. § 309 BGB, Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit, Nummer 9 Laufzeit bei Dauerschuldverhältnissen, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  6. Gesetz zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht (FernUSG), §§ 1, 7 und 12, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  7. Urteil vom 12. Juni 2025, III ZR 109/24, Anwendungsbereich des Fernunterrichtsschutzgesetzes bei Online-Angeboten, Bundesgerichtshof, veröffentlicht von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht,
  8. Fachliche Weisung zu § 28 SGB II, Abschnitt 3.4 Lernförderung, Randziffer 28.10.13 Online-Lernförderung, Stand 1. März 2026, Jobcenter Kreis Kleve,
  9. Online-Nachhilfe: Nachhilfeanbieter im Test, test 2/2025, Stiftung Warentest,
  10. Wie Online-Nachhilfe abschneidet, Bericht zum Test der Stiftung Warentest vom 16. Januar 2025, heise online,
  11. Teaching and Learning Toolkit: One to one tuition, Education Endowment Foundation,
  12. Was kostet Nachhilfe bei der Schülerhilfe? Preise, Schülerhilfe GmbH & Co. KG,
  13. § 19 SGB II, Grundsicherungsgeld und Leistungen für Bildung und Teilhabe, Bundesministerium der Justiz,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Name, Adresse und Kontaktdaten der Nachhilfeanbieter stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.