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In welchen Fächern Schüler am häufigsten Nachhilfe bekommen

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Am häufigsten bekommen Schüler Nachhilfe in Mathe, danach in Fremdsprachen und in Deutsch. Von allen Kindern mit Nachhilfe lernten 61 Prozent Mathe, 46 Prozent eine Fremdsprache und 31 Prozent Deutsch, viele davon in mehreren Fächern. Nur 6 Prozent hatten Nachhilfe in einem anderen Fach, etwa in Physik. Das ergab eine Elternbefragung der Bertelsmann Stiftung.

Nachhilfekinder mit Nachhilfe in Mathe
61 Prozent
Bertelsmann Stiftung, Nachhilfeunterricht in Deutschland, Elternbefragung zum Schuljahr 2014/15, Anhang T3, Stand 27. Januar 2016
Nachhilfekinder mit Nachhilfe in Fremdsprachen
46 Prozent
Bertelsmann Stiftung, Nachhilfeunterricht in Deutschland, Elternbefragung zum Schuljahr 2014/15, Anhang T3, Stand 27. Januar 2016
Nachhilfekinder mit Nachhilfe in Deutsch
31 Prozent
Bertelsmann Stiftung, Nachhilfeunterricht in Deutschland, Elternbefragung zum Schuljahr 2014/15, Anhang T3, Stand 27. Januar 2016
Küchentisch am Nachmittag mit mehreren aufgeschlagenen Schulheften und einem Federmäppchen, ein Kind hält einen Stift, von hinten über die Schulter gesehen.
Ein ruhiger Platz am Küchentisch reicht, um Stoff aus mehreren Fächern in kurzen Portionen zu üben. Bild: KI generiert.

Mathe ist das häufigste Fach für Nachhilfe

Mathe ist das Fach, in dem Kinder in Deutschland am häufigsten Nachhilfe bekommen. Danach folgen die Fremdsprachen und Deutsch. Das zeigt eine Befragung von rund 4.300 Eltern, die Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele für die Bertelsmann Stiftung ausgewertet haben. Die Eltern machten ihre Angaben zum Schuljahr 2014/15.

Von allen Kindern mit Nachhilfe lernten 61 Prozent Mathe, 46 Prozent eine Fremdsprache und 31 Prozent Deutsch. Nur 6 Prozent hatten Nachhilfe in einem anderen Fach. Zusammen sind das weit mehr als 100 Prozent, weil viele Kinder in mehreren Fächern Hilfe bekommen.

Insgesamt hatten 14 Prozent der Schulkinder zwischen 6 und 16 Jahren Nachhilfe. In der Grundschule waren es knapp 5 Prozent, an den weiterführenden Schulen rund 18 Prozent. Die internationale Schulstudie PISA zeigte 2012 bei 15-Jährigen ein ähnliches Bild. In Deutschland hatten 28,6 Prozent von ihnen zusätzlichen Unterricht in Mathe, 16,0 Prozent in Deutsch und 15,3 Prozent in den Naturwissenschaften.

Nachhilfe bekommen auch Kinder mit einer Drei

Viele Kinder mit Nachhilfe stehen im Fach auf einer Drei oder besser. In Mathe traf das auf 34 Prozent der Nachhilfekinder zu, in Deutsch auf fast 40 Prozent. Nach der Studie wollen viele Familien damit ihre Chancen beim nächsten Schulwechsel verbessern, etwa nach der Grundschule.

Die Anteile reichen von 2 Prozent mit einer Fünf oder Sechs in den übrigen Fächern bis 55 Prozent mit einer Vier in den Fremdsprachen. In Mathe stand die Hälfte der Nachhilfekinder auf einer Vier, also 50 Prozent. Weitere 13 Prozent hatten eine Fünf oder Sechs.

Schulnoten von Kindern mit Nachhilfe im jeweiligen Nachhilfefach, nach Angaben der Eltern zum Schuljahr 2014/15. Was zu 100 Prozent fehlt, sind Eltern ohne Angabe.
NachhilfefachEins oder ZweiDreiVierFünf oder Sechs
Deutsch8 Prozent31 Prozent44 Prozent11 Prozent
Mathe8 Prozent26 Prozent50 Prozent13 Prozent
Fremdsprache9 Prozent24 Prozent55 Prozent12 Prozent
Andere Fächer26 Prozent50 Prozent19 Prozent2 Prozent

Was Nachhilfe in jedem Fach anders macht

Jedes Fach hat eigene Stolpersteine, und gute Nachhilfe sucht zuerst dort. Die britische Education Endowment Foundation wertet Studien zur Förderung von Schülern aus. Sie rät, vor dem Üben die Lücke des Kindes zu ermitteln und danach den Stoff auszuwählen.

Woran die Note je Fach hängen kann und was gute Nachhilfe zuerst prüft. Das Beispiel zu Mathe stammt aus dem Lehrplan für Gymnasien in Nordrhein-Westfalen.
FachWoran die Note hängen kannWas die Nachhilfe zuerst prüft
MatheBrüche aus Klasse 5 und 6 fehlen später bei Gleichungen und FunktionenAufgaben aus früheren Klassen, bis die Lücke gefunden ist
EnglischWortschatz und die Fertigkeiten Hören, Lesen, Schreiben und Sprechenwelcher Teil der Note fehlt, der schriftliche oder der mündliche
DeutschRechtschreibung, Leseverstehen oder das Schreiben eigener Texteob die Fehler im Schreiben oder im Verstehen liegen und ob Deutsch die Zweitsprache ist
PhysikFormeln umstellen, mit Einheiten rechnen, Textaufgaben lösenob die nötige Mathe sitzt
LateinFormen, Vokabeln und das Übersetzen in festen Schrittenob die Note für das Latinum reicht, eine Bescheinigung über Lateinkenntnisse

In jedem Fach gilt dieselbe Reihenfolge. Zuerst findet die Lehrkraft die Lücke, dann übt Ihr Kind gezielt genau diesen Stoff. Nach einigen Wochen prüfen Sie gemeinsam, ob sich die Arbeiten verbessern.

Mathe und Deutsch zeigen die größten Lücken

Die Kultusministerkonferenz, in der die Länder ihre Schulpolitik abstimmen, legt fest, was Jugendliche bis zum Mittleren Schulabschluss nach Klasse 10 mindestens können sollen. Diese Untergrenze heißt Mindeststandard. Ob Neuntklässler sie erreichen, prüft der Bildungstrend des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in allen 16 Ländern. Bis zum Abschluss haben die Jugendlichen dann noch ein Jahr Zeit.

Die Anteile reichen von rund 14 Prozent beim Hörverstehen in Englisch bis ungefähr 34 Prozent in Mathe. Beim Zuhören in Deutsch verfehlten fast 34 Prozent den Mindeststandard, beim Lesen in Deutsch etwa 33 Prozent.

Anteil aller Neuntklässler, die den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss verfehlen. Deutsch und Englisch wurden 2022 gemessen, Mathe 2024.
Fach und BereichUnter dem MindeststandardJahr der Messung
Matheungefähr 34 Prozent2024
Deutsch, Zuhörenfast 34 Prozent2022
Deutsch, Lesenetwa 33 Prozent2022
Englisch, Lesenknapp 24 Prozent2022
Deutsch, Rechtschreibungrund 22 Prozent2022
Englisch, Hörenrund 14 Prozent2022

Englisch schneidet in diesem Vergleich am besten ab. Für Physik misst die Studie nur Jugendliche, die mindestens den Mittleren Schulabschluss anstreben. Von ihnen verfehlten 2024 insgesamt 16 Prozent den Mindeststandard.

Liegt das Problem im Fach oder im Lernen?

Ein Problem im Fach erkennen Sie daran, dass die Note in einem Fach sinkt und sich die Lücke benennen lässt. Das können die Brüche in Mathe sein oder die Zeitformen in Englisch. Dann hilft Nachhilfe, die genau dort ansetzt.

Sinken die Noten in mehreren Fächern zugleich, sprechen Sie zuerst mit der Klassenlehrkraft. Manchmal liegt es dann an der Art, wie Ihr Kind lernt. Eine Auswertung von zehn Lerntechniken aus dem Jahr 2013 bewertete zwei als besonders nützlich. Das sind Üben mit Testfragen und Lernen in verteilten Portionen. Wiederlesen und Markieren verbessern die Leistung dagegen nicht verlässlich. Welche Lerntechniken für Schüler helfen, lässt sich zu Hause üben.

Bleiben Lesen, Schreiben oder Rechnen trotz Übens lange schwach, oder hat Ihr Kind große Angst vor Prüfungen, klärt eine Fachstelle die Ursache. Nachhilfe übt Stoff. Eine Lernstörung oder eine Angst behandelt sie nicht.

Nachhilfe im Fach oder eine andere Hilfe?

Ist die Note in einem einzelnen Fach gesunken, und lässt sich die Lücke benennen?

Ja

Bietet die Schule für dieses Fach eine Fördergruppe an, die Ihr Kind noch nicht nutzt?

Ja

Nutzen Sie zuerst die Fördergruppe der Schule. Reicht sie nach einigen Wochen nicht, kommt Nachhilfe im Fach dazu.

Nein

Buchen Sie Nachhilfe im Fach, die mit einer Prüfung der Lücke beginnt. Legen Sie Ziel und Termin für den ersten Zwischenstand fest.

Nein

Bleiben Lesen, Schreiben oder Rechnen seit langer Zeit trotz Übens schwach?

Ja

Lassen Sie die Ursache von einer Fachstelle klären, bevor Sie Nachhilfe buchen.

Nein

Sprechen Sie mit der Klassenlehrkraft über Lernweise, Motivation und Belastung. Nachhilfe in jedem einzelnen Fach ist dann nicht der erste Schritt.

Wie viel Nachhilfe pro Woche üblich ist

Die meisten Kinder haben eine oder zwei Stunden Nachhilfe pro Woche. In der Elternbefragung hatten 39 Prozent eine Stunde zu 45 Minuten und weitere 39 Prozent zwei Stunden. Drei Stunden hatten 11 Prozent, vier oder mehr ebenfalls 11 Prozent. Fördergruppen der Schule sind für Eltern nach der Studie in der Regel kostenfrei.

Die Studien der britischen Stiftung sehen die beste Wirkung bei kurzen und häufigen Terminen. Einzelunterricht wirkte am besten mit etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche, über bis zu zehn Wochen.

Unterrichtet werden die Kinder von sehr verschiedenen Menschen. Weil manche mehrere Angebote nutzen, ergeben die Anteile zusammen mehr als 100 Prozent.

  • Lehrkräfte unterrichteten 30 Prozent der Nachhilfekinder.
  • Ältere Schüler oder Studierende unterrichteten ebenfalls 30 Prozent.
  • Nachhilfeinstitute betreuten 27 Prozent.
  • Menschen aus dem privaten Umfeld halfen 21 Prozent.
  • Lernangebote am Computer nutzten 4 Prozent.

Beim Bildungspaket zählt für den Preis, wer unterrichtet, nicht das Fach. Das Jobcenter Kreis Kleve erkennt je 45 Minuten Einzelunterricht 22,50 Euro für eine Lehrkraft oder ein Institut an. Für Studierende sind es 16,50 Euro, für ältere Schüler 10,95 Euro. Mit diesen Werten können Sie auch die Kosten für Nachhilfe bei Instituten und privaten Lehrkräften einordnen.

Häufige Fragen

In welchem Fach bekommen Schüler am häufigsten Nachhilfe?

Mathe ist das häufigste Nachhilfefach. In der Elternbefragung der Bertelsmann Stiftung zum Schuljahr 2014/15 lernten 61 Prozent der Nachhilfekinder Mathe. Danach folgten die Fremdsprachen mit 46 Prozent und Deutsch mit 31 Prozent.

Bekommen nur Kinder mit schlechten Noten Nachhilfe?

Nein, viele Kinder mit Nachhilfe stehen im Fach auf einer Drei oder besser. In Mathe traf das auf 34 Prozent der Nachhilfekinder zu, in Deutsch auf fast 40 Prozent. Ein Teil der Familien will mit Nachhilfe die Chancen beim Wechsel auf eine höhere Schule verbessern.

Wie viele Schüler in Deutschland haben Nachhilfe?

14 Prozent der Schulkinder zwischen 6 und 16 Jahren hatten im Schuljahr 2014/15 Nachhilfe. Die Bertelsmann Stiftung schätzt die Zahl auf rund 1,2 Millionen Schüler. In der Grundschule lag der Anteil bei knapp 5 Prozent, an weiterführenden Schulen bei rund 18 Prozent.

Hängt der Preis für Nachhilfe vom Fach ab?

Beim Bildungspaket im Kreis Kleve hängt der Preis nicht vom Fach ab, sondern von der Person, die unterrichtet. Das Jobcenter erkennt für eine Lehrkraft 22,50 Euro je 45 Minuten an, für Studierende 16,50 Euro. Bei privaten Anbietern fragen Sie den Preis für Ihr Fach im schriftlichen Angebot nach.

Wie viele Stunden Nachhilfe pro Woche sind üblich?

Üblich sind eine oder zwei Stunden Nachhilfe pro Woche. Je 39 Prozent der Nachhilfekinder hatten eine oder zwei Stunden zu 45 Minuten. Studien sehen die beste Wirkung bei kurzen Terminen von etwa 30 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche, über bis zu zehn Wochen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Nachhilfeunterricht in Deutschland: Ausmaß, Wirkung, Kosten. Studie von Klaus Klemm und Nicole Hollenbach-Biele, Januar 2016, Bertelsmann Stiftung,
  2. IQB-Bildungstrend 2022, Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe, Pressemappe, Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Humboldt-Universität zu Berlin,
  3. IQB-Bildungstrend 2024, Mathematik und Naturwissenschaften am Ende der 9. Jahrgangsstufe, Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Humboldt-Universität zu Berlin,
  4. Teaching and Learning Toolkit: One to one tuition, Education Endowment Foundation,
  5. Teaching and Learning Toolkit: Small group tuition, Education Endowment Foundation,
  6. Improving Students' Learning With Effective Learning Techniques, Psychological Science in the Public Interest 14 (2013), Zusammenfassung, John Dunlosky, Katherine A. Rawson, Elizabeth J. Marsh, Mitchell J. Nathan, Daniel T. Willingham, über PubMed,
  7. Fachliche Weisung zu § 28 SGB II, Richtwerte für Nachhilfeunterricht, Stand 1. März 2026, Jobcenter Kreis Kleve,
  8. Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, Mathematik, 2019, Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen,
  9. Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Ersten Schulabschluss und den Mittleren Schulabschluss, Fassung vom 22. Juni 2023, Sekretariat der Kultusministerkonferenz,
  10. Vereinbarung über das Latinum und das Graecum, Beschluss vom 22. September 2005, Sekretariat der Kultusministerkonferenz,

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.